Seit der vergangenen Woche sieht es unterhalb der Staustufe in Geesthacht aus wie im Polarmeer in der Arktis. Eisberge schauen hier bei Ebbe bis zu 8 Metern aus dem Wasser. Ein faszinierendes Naturschauspiel, was am vergangenen Wochenende tausende Bewunderer anlockte.
Doch wie kam es zu diesen Eismassen?
Durch die länger andauende Frostperiode nach Neujahr und die besonders kalten Nächte um den 10./11. Januar hat sich Eis am Grund der Elbe gebildet und ist nach und nach aufgeschwemmt. Dies passiert, wenn der Grund strömender Gewässer unter 0°C erreicht. Normalerweise gefrieren Gewässer aufgrund der Dichteanomalie des Wassers von oben. Durch die Strömungen in Gewässern findet aber eine ständige Durchmischung statt, sodass sich die Temperaturschichten nicht ausprägen können. So bildet sich das Eis dort, wo die Strömung eher gering ist, wie durch die Reibung am Grund des Flusses. Da Eis eine geringere Dichte hat als Wasser, schwemmen die Eisansätze früher oder säter auf und treiben als Treibeis flussabwärts. Die aktuell eher geringen Abflussmengen der Elbe begünstigen dabei die Bildung von Grundeis. Diese Gegebenheiten waren an vielen Orten des Flussverlaufs vorzufinden, so dass reichlich Treibeis an der Staustufe in Geesthacht vom Oberlauf der Elbe angespült wurde. Die geringen Fließgeschwindigkeiten im Zusammenspiel mit den Gezeiten , die bis zur Staustufe deutlich ausgeprägt sind, verhinderten ein „Wegspülen“ des Eises Richtung Hamburger Hafen und Nordsee. In der Folge staute sich das Eis genau an der Staudtufe und türmte sich meterhoch auf.
Aktuell sind besonders die Nächte in großen Teilen des Elblaufs wieder frostig kalt und das wird sich zumindest bis Ende kommender Woche wohl auch nicht großartig ändern. Deshalb muss weiterhin mit Eisbildung und weiterem Treibeis gerechnet werden.
Hier noch ein paar Impressionen:
